Im Wienerwald


Im Wienerwald

Ich kann der Freude nicht wiederstehen Dich zu einem Spaziergang in den Wienerwald zu führen. Auf der anderen Seite des Neusiedlersees überqueren wir das Leithagebirge und fahren bis nach Baden. Ja, Du hast mich richtig verstanden, es handelt sich aber nicht um unser aargauisches aden, es ist eine Kleinstadt unweit von Wien, fast schon eine Vorstadt Wiens, ganz vohm kaiserlichen Charme geprägt, berühmt durch sein Spielkasino. Schau Dir diese schönen Häuser an, die luxuriösen Hotels und REstaurants mit ihren grossen, schattigen Terrassen, schön, aber nicht im Niveau unseres Geldbeutels, also halten wir hier nicht an, wir fahren weiter, ins Helenental durch gepflegte Wälder die zum Spaziergang einladen.

Ein Schild sagt uns, dass wir in Mayerling 225px-Mayerling01sind, sagt Dir dieser Namen etwas ? Hier haben sich  der Erzherzog Rudolf, im Januar 1289, mit seiner Geliebten Mary Vertsera das Leben genommen. Parkieren wir vor dieser Gaststätte und bewältigen wir die kurze Strecke bis zum Jagdpavillon von Mayerling zu Fuss. Wir haben Glück, es scheint nicht viele Besucher zu haben, wir müssen sogar läuten damit man uns reinlässt. Hier soll sich das verliebte Paar zum letzten Mal umarmt haben, wie Du siehst ist der Raum seither zur Kapelle umgebaut worden. Hör der Führerin zu, sie erzählt eine der Versionen der Tragödie die sich hier abgespielt hat, es ist die romantischste:  Rudolf soll von seinem Vater den Befehl erhalten haben mit seiner Mätresse zu brechen, anlässlich eines letzten Stelldicheins haben sie sich gemeinsam das Leben genommen. Andere Versionen erzählen von einem politischen Mord, sogar ein Raubmord wird erläutert sowie ein Selbstmord wegen einer unheilbaren Krankheit. Man kann sich schon Fragen stellen, soll doch Kaiser Franz-Josef gesagt haben:  „Alles, nur nicht die Wahrheit”! Schon sind wir auf der anderen Seite des Gebäudes, wieder draussen !

 Bist Du nicht auch durstig geworden ? Bevor wir wieder ins Auto steigen, Können wir’s nicht unterlassen der Einladung der schattigen  Gartenwirtschaft Folge zu leisten und den Spritzer von Mayerling zu testen.

he162Nicht weit von hier, in Hinterbrühl möchte ich Dich nun in eine Grotte führen. Eine Grotte, in der die Deutschen während dem letzten Weltkrieg Flugzeuge gebaut haben. Ein breiter Tunnel führt uns unter den Erdboden. Rechts und links zweigen dunkle Seitentunnels ab, ich erinnere mich, wie meine Tochter sich schaudernd an mich klammerte als ich Mine machte in einen solchen vorzudringen, und wie sie aufatmete als sie sah, dass dieselben zugemauert sind. Brav dem Führer folgend, gelangen wir an einen unterirdischen See. Auf einer grossen Barkasse fahren wir in die Dunkelheit der Höhle, der Führer erklärt uns, dass auf dem Grunde dieses Sees die Maschinen liegen die es den Deutschen erlaubt hatten ihre Todeswerkzeuge zu bauen, die SS hatten die Grotte vor ihrer Flucht unter Wasser gesetzt. 

Nach der Dynastie der Habsburg, und derjenigen der SS möchte ich Dir nun noch eine andere zeigen die all das überlebt hat. Schau, dort unten, am Ende des Helenentales, diese Kirche mit den umliegenden Gebäuden, von einer hohen Mauer umgeben, man könnte meinen ein Schloss, es ist das Kloster Heiligenkreuz, dort werden wir zu Mittag essen.

Die grosse Gartenwirtschaft, mit sicher über hundert Tischen, unter den alten Lindenbäumen, gehört zum Kloser. Der Kellner, der unsere Bestellung entgegennimmt, ist wahrscheinlich ein Priester, Mönch oder Novize. Dieses Restaurant, sowie der Verkauf des Weines aus den Klostereigenen Rebbergen ist sicher keine geringe Einnahmequelle für’s Kloster. In Erinnerung an einen Ausflug mit Oma Helene, bestelle ich einen Käseteller. Was sagst Du zu diesem Schafkäse der mit Zwiebelringen und Paprokaschoten begleitet ist ? Den berühmten Domherrenwein dürfen wir auf keinen Fall bei Seite lassen, er ist wirklich das Feine vom Feinen ! Wie in Belgien mit dem Bier, sind hier die Klosterbrüder wahre Künstler in der Herstellung feiner Weine. Wenn Du willst kannst Du das Kloster besuchen, ich muss zugeben, dass ich nie den Mut dazu gehabt habe. Ich sorgte für mein körperliches Wohl, das geistliche ist immer zu Kurz gekommen…  800px-Franzensburg_1900 

Unterwegs nach Frauenkirchen muss ich  Dir unbedingt noch ein Schloss zeigen. Nachdem wir, zu Fuss, den grossen Park des Schlosses Laxenburg durchquert haben, stehen wir am Ufer eines kleinen Sees mit einer Insel, auf der Insel ein kleines Schloss, wie wenn es einem Märchen der Brüder Grimm entsprungen wäre, die Franzensburg. Läute an der Glocke die am Ende der Landebrücke baumelt, eine Fähre wird uns abholen, die einzige Möglichkeit zu Fuss auf die Insel zu gelangen.

Schau in der Ahnengalerie, wie all diese Berühmtheiten auf uns herunter schauen, die Porträtisten  haben es verstanden, dank eines speziellen Verfahrens, die Illusion zu erwecken, dass jede der dargestellten Personen den Besucher mit seinem Blick verfolgt, eindrucksvoll, nicht? Lothringersaal2005

Im Verliess wurde tatsächlich ein Gefangenervergessen, er kauert immer noch dort, mit schweren Eisenketten  gefesselt. Ich werde es nie vergessen wie bei unserem ersten Besuch, Christiane erschrocken ist als der Gefangene ihr plötzlich, mit lautem Kettenlärm, eine Hand entgegenstreckte! Der Führer hatte einen Mechanismus betätigt der die Figur in Bewegen setzte, zum grossen Erschrecken von Christianes und zur Freude der übrigen Besuchern.

Dieses Schloss ist nie bewohnt worden, es war immer eine Art Museum mit Beuten aus verschiedenen Feldzügen. Sei es der wunderbare Parkettboden oder die Wandtäfelung, die Mosaikfenster, die Türen oder das Mobiliar, alles sind Dinge die in den verschiedenen Ländern geklaut wurden und hier, in der Franzensburg, neu verwendet worden sind.

 


 

So das wär’s, ich will hier meine Erinnerungen aus Pannonia abschlissen und gleichzeitig meine Version in deutscher Sprache, bevor sie dir auf die Nerven gehen… auf französisch bin ich am nächsten Mittwoch, den 18. Juni wieder da.

Wenn Du mich auch weiterhin gerne auf deutsch sehen möchtest, gib doch ein Zeichen, hier unten,unter "ajouter un commentaire". Ciao  Erwin 

 

Nachwort

Nun sind wir zurück, daheim, in der Schweiz. Du hast sicher vieles entdeckt das Dich erstaunt hat, Sitten und Bräuche die Du nicht kanntest, andere die Du für typisch schweizerisch gehalten hast sind Dir zu Deinem Erstaunen als typisch österreichisch vorgestellt worden.

Du hast feststellen können, dass es anderswo auch schöne Regionen gibt, Leute die dieselben Sorgen haben wie wir und die schlussendlich ebenso erstaunt waren zu entdecken, dass die anderen gar nicht so anders sind als sie selber.

Ich habe Dir nicht alles zeigen können was ich von diesem so weit entfernten, und trotzdem so nahen Pannonien kenne und noch kennen lernen möchte.

Wenn Du das nächste Mal hingehst, unterlasse es nicht an einem mittelalterlichen Gelage im Schloss Lockenhaus im mittleren Burgenland, teilzunehmen. Bestecke sind verboten, du wirst mit den Händen essen müssen wie dazumal, ein Erscheinen des Schlossgeistes ist garantiert, ich war selber nie dort, Du kannst mir dann erzählen. Im selben Schloss werden regelmässig Kammermusikkonzerte dargeboten.
Du kannst auch das Haus besuchen in dem Franz Liszt gelebt und gearbeitet hat, es ist eindrucksvoll inmitten der Möbel und Gegenständen zu sein die von einer so berühmten Person benutzt worden sind. Du musst aber auch der Hauptstadt Österreichs einen mehrtägigen Besuch abstatten.

Du kannst auch….. Du musst unbedingt…   vergiss nicht……
Sag mir, dass ich aufhören soll, sonst werden wir nie an ein Ende kommen.     

Du musst mir aber versprechen dass Du es nicht unterlässt bei Deinem nächsten Besuch im Burgenland, dem Seewinkel meine Grüsse auszurichten, sag ihm Servus für mich !

Ja, Burgenland, ich hab dich gern !

RUST CIGOGNES

Auch die Störche lieben das Burgenland, verbringen sie doch jedes Jahr dort ihre Ferien !

Les cygognes aussi l’adorent, le Burgenland, elles y passent leurs vacances chaque année !

2 Comments

  1. Aschi
    Posted 15 juin 2008 at 5 h 31 min | Permalink | Répondre

    Bonjour Erwin
    Merci pour cette prommenade à Wien……. 
    Bonne journée
    Aschi 

  2. Erwin
    Posted 15 juin 2008 at 7 h 51 min | Permalink | Répondre

    @ pour Aschi
    Ce n’était pas tout à fait Wien.
    Peut-être je t’en parlerai un jour
    de mes visite dans cette grande capitale, qu’est Wien.
    Erwin

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